Vertrauen in 6 Schritten

Die VUCA-Welt ist geprägt von Veränderungen. Diese sorgen für Unsicherheit und Hektik. Wir wissen nicht, auf welches Pferd wir setzen sollen. Ein Schlüssel, um in diesem Wirrwarr aus Eindrücken den Überblick zu behalten, ist Vertrauenswürdigkeit. Doch wie schaffen wir es, auf andere Menschen vertrauenswürdig zu wirken?

Die Entscheidung, ob wir einer Person vertrauen oder nicht, wird meist aus dem Bauch heraus getroffen. Schätzen wir eine Person als vertrauenswürdig ein, können wir uns auf sie verlassen. Bei ihr ist jedes (Firmen-)Geheimnis sicher und sie steht in jedem Fall zu ihrem Wort. Kein Wunder, dass solche Personen nicht selten Entscheidungsträger sind und wichtige Positionen bekleiden.

Wie werden wir also von anderen als vertrauenswürdig eingeschätzt? Dafür genügt ein reflektiver Blick auf das eigene Verhalten und die eigenen Aussagen. In 6 Schritten zu Vertrauenswürdigkeit – so geht’s:


#1 Steh’ zu Deinen Schwächen

… und brilliere mit Deinen Stärken. Wir denken in der Wirtschaft ja oft, man müsse immer perfekt sein und dürfe sich keine Blöße geben. Sicher gibt es auch Situationen, in denen das so sein könnte, aber meistens ist diese Annahme falsch. Geben Sie ehrlich zu, wenn Ihnen eine Aufgabe schwerfällt oder Ihnen ein Fehler unterlaufen ist. Das macht Sie glaubwürdig. Greifen Sie nicht zu Notlügen, um es anderen recht zu machen und sich selbst in ein gutes Licht zu rücken. Natürlich sollten Sie auch voller Bescheidenheit Ihre Stärken zeigen.


#2 Steh‘ zu Deinem Wort

Die Grundlage für Vertrauenswürdigkeit ist, dass andere Menschen sich auf Sie verlassen können. Machen Sie keine leeren oder halbherzigen Versprechungen, die Sie am Ende ohnehin nicht einhalten werden oder deren Inhalt Sie nach kurzer Zeit wieder vergessen. Lügen Sie nicht; das solle selbstverständlich sein, aber wir neigen tatsächlich dazu jeden Tag dutzendfach zu lügen. Wenn Sie A sagen, meinen und machen Sie auch A. Wenn es nicht geht, erklären Sie, warum. Stehen Sie zu Ihren Aussagen und zeigen Sie durch Taten, dass Sie zu Ihrem Wort stehen.


#3 Lass‘ auch andere glänzen

Es ist nicht immer möglich, anderen den Vortritt zu lassen, aber oft doch. Wer stark genug ist, auch andere glänzen zu lassen, erntet deren Respekt und Vertrauen. Also ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, eine Projektleitung zu übernehmen, eine Präsentation zu machen, ihre Ergebnisse auch als ihre zu verkaufen. Zollen Sie Wertschätzung für die Leistung anderer – das gibt Orientierung und Selbstwert. Zudem fördern Sie so den Zusammenhalt im Team und werden mit Vertrauen belohnt.


#4 Geh‘ auf Deine Mitmenschen ein

Kennen Sie auch Menschen, die andere eigentlich nur zutexten und nie mal nachfragen, was man denkt, wünscht oder hofft? Solche, die einfach nur ihre Ziele durchdrücken wollen? Die bekommen kurzfristig vielleicht, was sie wollen, erzeugen aber weder Respekt noch Motivation oder gar Vertrauen. Warum auch, es geht ihnen ja nur um sie selbst. Also zeigen Sie Ihre empathischen Fähigkeiten, indem Sie „mit Frage führen“ oder Zuspruch geben. Bereits ein „Da kann ich Sie verstehen“ oder „Da gebe ich Ihnen recht“ löst bei Ihrem Gegenüber positive Emotionen aus und verbessert die zwischenmenschliche Beziehung und demzufolge auch Ihre Vertrauenswürdigkeit.


#5 Beteilige Dich nicht an Gerüchten

Natürlich macht es zwischendurch auch mal Spaß in Klatsch und Tratsch abzudriften. Wir sind ja alle nur Menschen. Wenn Sie aber jeden neuen Flur-Funk mitkommentieren oder unbelegte Halbwahrheiten verbreiten, sind Sie keine Vertrauensperson für die betreffenden Personen. Auch andere werden sich dann denken, dass ihre Belange von Ihnen ebenso zerpflückt werden. Das wäre schade. Tatsache ist, dass vornehme Zurückhaltung oder die Frage „Ist das Fakt oder Meinung“ mehr Reputation bringt als Sie über Spaß durch das Lästern bekommen. 


#6 Sei freundlich und dankbar

Die Beziehungsebene kommt immer vor der Sachebene, sagte der große Paul Watzlawick. Und tatsächlich haben wir ständig die Möglichkeit, anderen verbal oder non-verbal ein Zeichen von Verbundenheit, Orientierung und Wertschätzung zu geben: ein kleines, ernstgemeintes „Danke“, ein verbindliches Lächeln, eine nette Geste – die Tür aufhalten, den Vortritt lassen oder an den Geburtstag denken, die Hand reichen oder eine Hilfestellung leisten. Früher hat man das vielleicht auch gute Kinderstube genannt. Das ist alles nicht wirklich zeitaufwendig, aber tatsächlich in höchstem Maße vertrauensbildend.

 

Unsere Zeit krankt daran, dass die Menschen anderen immer weniger vertrauen. Manager und Führungskräfte zählen nach der Bankenkrise zu den Personengruppen, denen man nur noch sehr wenig vertraut. Zeigen Sie Ihrem Umfeld, dass man sich wenigstens auf Sie verlassen kann.

 


Artikel zitieren

Burg, M. (2018): Vertrauen in 6 Schritten / VUCA TO GO, in: VUCABLOG [Weblog], 7.9.2018, Online-Publikation: https://blog.monikaburg.com/2018/09/07/vuca-to-go-vertrauen-in-6-schritten-vertrauenswuerdigkeit/, Abrufdatum: TT.MM.JJJJ

 

Bildquelle: LisaAttractLove – pixabay.com

 

Zuletzt aktualisiert am 7.9.2018