5 Tipps für mehr Eigenverantwortung Impulse von Prof. Dr. Monika Burg

Agile Methoden allein machen ein Unternehmen noch nicht agil. Eigenverantwortliche Mitarbeiter und Teams machen den Geist von New Work aus. Natürlich bestimmen auch andere Personen das Verhalten von Menschen, aber es wäre zu wenig, wenn wir nur mit dem Finger auf andere zeigen und uns komplett aus der Verantwortung für die Verantwortung nehmen. Was du tun kannst, um deinen Teil zu mehr Eigenverantwortung zu leisten, liest du in diesem Beitrag.

Dass Menschen Verantwortung von Natur aus anstreben und dass Autonomie eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für intrinsische Motivation ist, habe ich an anderer Stelle bereits erörtert. Ob der Mensch aber wirklich Eigenverantwortung übernimmt, kann von unterschiedlichen Faktoren abhängen. Er kann nicht wollen, nicht dürfen oder nicht können. In allen drei Fällen lautet das Zauberwort Eigeninitiative, um etwas positiv zu verändern.

 

„VERANTWORTUNG: Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass innerhalb eines bestimmten Rahmens alles einen möglichst guten Verlauf nimmt, das jeweils Notwendige und Richtige getan wird und möglichst kein Schaden entsteht“
DUDEN

 

#1 Gestehe dir Fehler zu

Falls du ein Perfektionist sein solltest und du für dich abgespeichert hast, dass das Fehlermachen ein Zeichen von Versagen ist, programmiere dich ganz schnell um. In der unbeständigen, schnelllebigen Welt, in die wir uns hinein entwickeln, kann man nicht mehr immer alles planen und durch „Perfektion“ absichern. Fehler machen gehört dazu. Natürlich nicht willentlich oder fahrlässig. Worauf es ankommt, ist schnell aus Fehlern für die nächsten Schritte zu lernen. Und das würdest du mit deiner Einstellung blockieren. Lernen aus Fehlern gehört also zum agilen Konzept, aber abgesehen davon sind Fehler menschlich. Wenn du das akzeptieren kannst, nimmst du dir Druck und erleichterst es dir, dir Fehler zu erlauben.

 

#2 Steh vor anderen zu deinen Fehlern

Wenn du dich nicht blamieren möchtest: Was macht Menschen in deinen Augen stark? Mut, Kompetenz, Akzeptanz – aber sicher auch die Souveränität, Fehler einzugestehen. Nichts anderes erwarten wir von unseren Chefs. Also tue es auch. Sei kein Duckmäuser, kein Schönfärber, zeige die Souveränität des Starken. Wenn dir ein unnötiger Patzer passiert, dann steh dazu und bügle ihn wieder aus. Lerne einfach für deine nächsten Schritte daraus. Du wirst in den Augen der anderen wachsen, Deine Komfortzone schrittweise erweitern und lernen, dass das Eingestehen gar nicht so schlimm war. Vielleicht sogar im Gegenteil! Wir haben doch meist nur Angst vor eingebildeten Konsequenzen!

 

#3 Frag dich nach den Konsequenzen

Wenn du dich aus Angst vor Konsequenzen vor der Verantwortung drückst, frage dich: „Was wäre die schlimmste aller Konsequenzen?“. Danach frage dich: „Bist du sicher, dass das die Konsequenz wäre? Und drittens: „Kannst du dir wirklich ganz sicher sein, dass das die Konsequenz wäre?“. Mit dieser Fragen-Methodik wirst du feststellen, dass du deine Befürchtungen selbst währenddessen relativieren wirst. Wir haben viel zu oft Angst vor eingebildeten Konsequenzen. Bauen Drohgebilde in unseren Köpfen auf. Am Ende verschwenden wir so ganz viel Energie und Lebensfreude für nichts. Mit dieser Art dich selbst zu befragen, wirst du realistischer. Du wirst schon nicht gekündigt oder gemobbt. Bausche die Dinge in deinem Kopf nicht so auf, sonst wirst du viel zu viel Stress in deinem Leben haben. Und was ist mit den positiven Signalen? Erhältst du nicht auch viele Signale von Wertschätzung? Wirf die mit ins Denken!

 

#4 Sorge für Rollenklarheit

Hast du den Eindruck, dass dich Kompetenzüberschneidungen bremsen, dass es vielleicht sogar Kompetenzgerangel gibt und du deshalb keine Verantwortung übernehmen magst oder kannst? Dann kläre das! Geh zu deinem Vorgesetzten und sprich mit den betreffenden Kollegen. Wirke darauf ein, dass es klare Verhältnisse gibt. So können auch unnötige Fehler vermieden werden. Nur wer redet, dem kann geholfen werden. Vielleicht stellt sich dabei sogar heraus, dass du dir umsonst den Kopf zermartert hast und die Rollen eigentlich klar verteilt waren, es aber so nicht bei dir angekommen ist.

 

#5 Fordere mehr Verantwortung ein

Wenn du gerne Verantwortung übernimmst, aber derzeit in Deinen Augen zu wenig davon übertragen bekommst, sprich deine(n) ChefIn offen darauf an. Erkläre ihm oder ihr, dass du gerne mehr Verantwortung übernehmen möchtest. Vielleicht ist es auch das Richtige für dich, nach und nach mehr Verantwortung zu übernehmen? Wichtig ist, dass du dir deiner Rolle als Verantwortungsträger bewusst bist. Mit der richtigen Portion Motivation gelingt dein neues verantwortungsbewusstes ICH mit Sicherheit.

 

Menschen, die erfolgreich und glücklich sind, haben die volle Verantwortung für ihr Leben bereits übernommen. Denn was passiert, wenn du nicht die Verantwortung für dein Leben übernimmst und andere Leute für dich bestimmen lässt oder verantwortlich machst? Richtig, du bist unglücklich! Wenn du bisher verantwortungsscheu warst, fang heute damit an, Verantwortung zu leben. Du bist deines Glückes Schmied und Eigenverantwortung ist der Schlüssel zu deinem ganz persönlichen Lebensglück.

 

Artikel zitieren

Burg, M. (2021): 5 Tipps für mehr Eigenverantwortung – Impulse von Prof. Dr. Monika Burg / VUCA TO GO, in: VUCABLOG [Weblog], 03.03.2021, Online-Publikation: https://blog.monikaburg.com/2021/03/03/5-tipps-fuer-mehr-eigenverantwortung/, Abrufdatum: TT.MM.JJJJ

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